" T H E W A Y B A C K - Der lange Weg "Der Film erzählt die spannende Geschichte von sieben Männern, die 1941 aus einem sibirischen GULAG entfliehen, unterwegs ein junges Mädchen aufgabeln und sich nach Indien durchschlagen wollen. Eine lebensfeindliche Landschaft ist auf dem 6000 Kilometer langen Fluchtweg zu überwinden. "Sie ziehen durch die unendlichen Wälder Sibiriens, die Steppen und Wüsten der Mongolei, über den Himalaya, leiden unter Hunger und Durst, Sand- und Schneestürmen, schneidender Kälte und sengender Hitze" ("epd" 6/2011). Das Ziel der Freiheit treibt sie an. In wuchtigen Landschaften gedreht von Peter Weir ("MASTER & COMMANDER", "Der einzige Zeuge") mit hochkarätigen Darstellern. USA 2010 / Buch und Regie: Peter WeirDarsteller: Jim Sturgess, Colin Farell, Ed Harris, Saoirse Ronan, Mark Strong
" H a b e m u s P a p a m " (Prädikat: besonders wertvoll)Nicht ich, nicht ich - das Stoßgebet des französischen Kardinals Jean-Pierre Melville (Michel Piccoli) wird vom Herrn nicht erhört. Jean-Pierre ist der Sieger des Konklaves in Rom. Als er sich auf dem be-rühmten Balkon auf dem Petersplatz den versammelten Gläubigen zeigen soll, erleidet er eine Panik-attacke. Die Zeremonie muss abgebrochen werden. Da kann auch der Psychoanalytiker nicht helfen. Der verängstigte Papst flieht aus dem Vatikan und zieht als unbekannter Fußgänger durch Rom. In einem Theater erinnert er sich an seine nicht verwirklichten Jugendträume. Eine originelle menschliche Komödie mit dem mittlerweile 85-Jährigen Michelle Piccoli. Bekannt aus vielen französischen Filmen, u.a. mit Romy Schneider und Catherine Deneuve. Italien 2011 / Buch und Regie: Nanni Moretti Darsteller: Michel Piccoli, Jerzy Stuhr, Nanni Moretti
" E i n e d u n k l e B e g i e r d e " Prädikat: Besonders wertvollDie Geschichte spielt im Wien der Vorkriegszeit (1904 - 1912) und am idyllischenZürcher See. Ge-schildert werden die fachlichen und persönlichen Beziehungenvon Sigmund Freud, Carl Gustav Jung und der Russin Sabina Spielrein, dreierPioniere der Psychoanalyse. Eines Tages wird zu C. G. Jung eine krampfende,hysterische Patientin gebracht. Es gelingt ihm, Sabina Spielrein (Keira Knightley)er-folgreich zu behandeln. Später gerät er zu Sabina in den Sog einer gefährlichen sadomasochistischen Liebe. Die hochbegabte und übersensible Russin verführtJung. Dadurch verliert er die Achtung von Freud, da er gegen die elementarsteRegel des Arzt-Patienten-Verhältnisses verstoßen hat und sich der dunklenBegierde hingab. Als Jung Sabina verlässt, rächt sie sich und studiert bei Freud. Kanada / Deutschland / Großbritannien / Schweiz 2011 Buch: Christopher Hampton (nach einem Roman von John Kerr) Regie: David KronenbergDarsteller: Michael Fassbender (C. G. Jung), Keira Knightley (Sabina Spielrein), Viggo Mortensen (Sigmund Freud)
" T h e I d e s o f M a r c h - Tage des Verrats "Buch, Regie und Darsteller - George Clooney - ein Multitalent!Er spielt hier in einer bedeutenden Nebenrolle: Mike Morris, der Präsident derVereinigten Staaten wer-den will. Er entwickelt tolle Ideen, die Amerika wieder zueiner großen Nation machen könnten, z.B. we-gen Öl nicht mehr in fremde Ländereinzufallen. Ihm zur Seite steht eine engagierte junge Gefolgschaft mit dem vonRyan Gosling gespielten Politberater Steven Meyers, der sich Hoffnungen auf eine glänzen-de Karriere macht. Aber Steven verletzt die Loyalität, trifft sich bei denVorwahlen in Ohio mit dem Kampagnenleiter der anderen Seite und beginnt eineAffäre mit der auch sehr engagierten Praktikantin Molly. Sie verschafft Stevendesillusionierende Einblicke in das Privatleben des Kandidaten Morris. Die Seitensprünge von Meyers und Morris lösen eine Kaskade von Lügen, Finten,Bestechungs- und Er-pressungsmanöver aus. Ein interessantes Thema imHinblick auf die gegenwärtigen Vorwahlen in den USA. Ein vorzüglichesDarsteller-Ensemble und furiose Dialoge machen diesen Film besonders empfeh-lenswert. USA 2011 / Regie: George ClooneyDarsteller: Ryan Gosling, George Clooney, Evan Rachel Wood, Philip Seymor Hoffmann, Marisa Tomei
" D i e L i e b e s f ä l s c h e r " “Gewinner der Filmfestspiele in Cannes”Juliette Binoche, der bekannte Bariton William Shimell in seiner ersten Filmrolleund die Toscana! Ein Liebesthriller und eine Tragikomödie. Einem englischen Autor fällt bei derPräsentation seines Bu-ches eine Französin auf, die mit ihrem Sohn in Italien lebt.Am nächsten Tag besucht er die Französin in ihrem Antiquitätengeschäft. Sieverbringen gemeinsam einen Nachmittag, fahren aufs Land, trinken Kaffee,besichtigen Sehenswürdigkeiten, besuchen Museen und Kirchen. Schön währendder Fahrt knistert es zwischen ihnen; sie sprechen über die Kunst, das Leben unddie Liebe. Schließlich landen sie in einer Pension. Italien / Frankreich 2010 / Buch und Regie: Abbas Kiarostani Darsteller: Juliette Binoche, William Shimell, Jean-Claude Carriére
" S o m m e r d e r G a u k l e r " Prädikat: Besonders wertvoll Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt, ist länger tot", "Sommer in Orange", "Räuber Kneißl") er-zählt in dieser derben Komödie von dem jungen Darsteller, Sänger und Regisseur Emanuel Schikaneder, der mit seiner Schauspieltruppe versucht, 1780 in Salzburg eine Lizenz für ihre Auftritte zu bekommen. Zu jener Zeit waren Schauspieltruppen nicht gerade gern gesehene Gäste in der Bischofsstadt. Der um-triebige Schikaneder erhält weder eine Spielgenehmigung für sein Theater, noch eine Einreiseerlaubnis. Also muss er sich finanziell und amourös mit seiner Truppe durchschlagen, bis sie in einem letzten großen Auftritt Mozart begeistern dürfen. Schikaneder ist mit dem Libretto zu Mozarts "Zauberflöte" zu kurzem Reichtum und Ruhm gekommen. Deutschland / Österreich 2011 / Regie: Marcus H. Rosenmüller (nach dem Roman "Der Sommer der Gaukler" von Robert Hültner)Darsteller: Max von Thun, Lisa Maria Potthof, Nicholas Ofczarek, Fritz Karl
" J a n e E y r e "Siebenundzwanzigmal wurde der Romanklassiker bereits als Kino- undFernsehfilm verfilmt. Der Ro-man von Charlotte Bronte gehört zur Weltliteratur und schildert wie Jane Austen die viktorianische Ge-sellschaft. Die neuesteromantische Literaturverfilmung "Jane Eyre" wurde von Regisseur Cary Fukuna-ga mit Leidenschaft, Selbstbewusstsein und Modernität gründlich entstaubt. Jane Eyre wird als Waisenkind von ihren Verwandten verstoßen und imWaisenhaus gequält. Als 18-Jäh-rige tritt sie eine Stelle als Gouvernante auf demLandsitz Thornfield Hall an. Zum Herrn des Hauses, Mr. Rochester, fühlt sie sichhingezogen, obwohl er sich zunächst schroff und unzulänglich gibt. Schließ-lichfindet er in Liebe zur selbstbewussten jungen Frau Jane. Doch dem Glück stehtein düsteres Geheim-nis aus der Vergangenheit des Hausherrn entgegen. Mit großartigen Darstellern und großer Ausstattung inszeniert.Großbritannien / USA 2011 / Buch: Moira Buffin - nach dem Roman von Charlotte BronteRegie: Cary FukunagaDarsteller: Mia Wasikowska, Michael Fassbender, Jamie Bell, Sally Hawkins, Judi Dench
" J. E d g a r " - Präsikat: Besonders wertvoll- Schauspieler, Regisseur und Oscarpreisträger Clint Eastwood widmet seine 35.Regiearbeit dem schillernden und komplexen Charakter des langjährigen FBI-ChefsJohn Edgar Hoover, geb. 01.01.1895, verst. 02.05.1972. In 37 Jahren als Direktor desFederal Bureau of Investigation diente er acht US-Prä-sidenten, u.a. Roosevelt,Eisenhower, Kennedy und Nixon. Er gehört zur amerikanischen Geschichte des 20.Jahrhunderts wie die Chicago-Gangster, die Große Depression, die Angst vor demKommunismus und die Freiheitsbewegung der Schwarzen. Er war einer dermächtigsten und umstrittensten Männer der USA. Gehasst von vielen rechtschaffenenPatrioten, Idol für staatstreue Ultrakonservative. Man sagt, dass er spätestens seitRoosevelts Amtszeiten durch das von "seinem" FBI gesammelte kompromittie-rendeMaterial eigentlich alle in seiner Hand gehabt hat. Clint Eastwood verfilmte die Biographie J. Edgar Hoovers mit herausragendenSchauspielern, wobei Personen und Ereignisse in Form von Kurzauftritten durchSchauspieler dargestellt werden. "film-dienst 2/2012": "Hervorragend in Inszenierung und Darstellung!"USA 2011 / Buch: Dustin Lance Black (MILK) Regie: Clint EastwoodDarsteller: Leonardo DiCaprio, Naomi Watts, Judi Dench, Armie Hammer
" S a r a h s S c h l ü s s e l " Prädikat: Besonders wertvoll Nach "Auf Wiedersehen Kinder" und "Die Kinder von Paris" ein weiterer Film, dersich mit dem lange in Frankreich verdrängten Thema der Deportation von Judenim Großraum von Paris am 16.07.1942 be-schäftigt. In der dramatischen, emotional berührenden Geschichte versteckt Sarah, ein 10-jähriges jüdisches Mäd-chen, verzweifelt ihren kleinen Bruder in einemGeheimversteck, um zu verhindern, dass er deportiert wird. Sie verspricht, schnellwieder bei ihm zu sein. Den Schlüssel des Verstecks nimmt sie mit, nicht ahnend,welche Katastrophe ihrer Familie bevorsteht. Sie kann später fliehen. DerSchlüssel des Ver-stecks wird sie ihr Leben lang begleiten. 67 Jahre später recherchiert eine Journalistin das Schicksal Sarahs. GroßartigKristin Scott Thomas. "Eine intime, berührende und auch spannende Studie des Umgangs mit einerschuldverstrickten Vergan-genheit" ("film-dienst" 25/2011). Auch wer "SchindlersListe" gesehen hat, darf diesen Film nicht ver-säumen. Vielfach preisgekrönt.Empfohlen u.a. von Dieter Moor, Kulturmagazin "ttt - titel thesen temperamente". Frankreich 2010 / Regie: Gilles Paquet-BrennerDarsteller: Kristin Scott Thomas, Melusine Mayance, Niels Arestrup, Aidan Quin
" T h e D e s c e n d a n t s - Familie und andere Angelegenheiten "(Prädikat: Besonders wertvoll)Ein in Geschäften überstrapazierter Familienvater (Clooney) auf Hawaii, der sichbisher nur wenig um seine beiden Töchter Scottie und die rebellische Alexkümmerte, muss in seine Vaterrolle hinein-wachsen, als seine Frau nach einemBootsunfall ins Koma fällt. Nach einem Streit mit Alex berichtet ihm diese, dass seine Frau ein Verhältnis miteinem jüngeren Bör-senmakler hatte. Gemeinsam mit Scottie, Alex und ihrem etwaseinfältigen Freund Sid, gehen sie auf die Suche nach dem unbekannten Liebhaber.Dann gilt es noch zu entscheiden, ob der umfangreiche Fami-lienbesitz, eineidyllisch gelegene unbebaute Bucht, an einen Immobilienkonzern verkauft werdensoll. Ein sympathischer Familienfilm mit viel Humor, vergnüglich, heiter - aber auch einwenig traurig. USA 2011 / Regie und Buch: Alexander Payne (nach dem Roman "The Descendants" von Kauri Hart Hemmings)Darsteller: George Clooney, Shailene Woodley, Amara Miller, Nick Krause, Beau Bridges